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Das Oxymoron - die Lust am "als ob":
Ich denke, also bin ich nicht -
Ich denke, also bin ich
oder besser:
"Ich sterbe jeden unendlichen Bruchteil eines Momentes"
und
"Ich gebäre mich dabei im selben Zeitpunkt stets neu"
Man muß schon ein wenig verrückt sein, um das "als ob" zu seinem eigenen Credo zu machen, aber insofern ist es auch kein Zufall, dass ich Berlin zu meiner Heimat gewählt habe, in der ich demnächst ;-) auch beerdigt werden möchte.
"Du bist verrückt mein Kind,
du musst nach Berlin.
Wo die Verrückten sind
da gehörst du hin."
(Franz von Suppè)Wie kann man so leben wollen, als ob man ewig lebt?
Wie kann man auf militärische Verteidigung verzichten, als ob die Welt nicht voller Kriege wäre und zur Verteidigung dagegen drängt?
Wie kann man tagtäglich Fleisch oder auch nur industrielles "vegetarisches" Soja verzehren, als ob wir durch den dadurch indirekt induzierten Klimawandel dem Weltenende tagtäglich nicht tatsächlich näher rücken würden?
Wie kann man noch immer wider besseres Wissen Getränke und Nahrung aus Plastikbehältern nutzen und sich auch mit sonstigen Plastikprodukten umgeben, als ob es nicht eine vorerst kaum lösbare Problematik der Verschmutzung von Meeren und Organismen mit Mikroplastik gäbe?
Wie kann man weiterhin relativ sorglos durch die Welt reisen, als ob sich der CO2-Fußabdruck dabei nicht ständig erhöhte bzw. vermehrte?
Wie kann man an die übersinnliche Fügung glauben, als ob darin die erhoffte Rettung wirklich für uns Menschen erkennbar wäre, wo doch alle Formen des sogenannten "Gottesglaubens" sich nur als ein schäbiges Manöver der Mächtigen und Privilegierten zu Zähmung der menschlichen Leidenschaften in Formen der offenen Unterdrückung von Gegenmeinungen verwandelt haben?
Wie kann man sich weiterhin an seinen Träumen orientieren, als ob sie irgendwann einmal "Wirklichkeit" werden, wo doch die nightmares die vorrangige Form der menschlichen Verhältnisse zu sein scheinen?
Wie kann man überhaupt als "Humanist" den Menschen an die Spitze der Evolution auf der Erde setzen, wo sich doch die Natur als scheinbar so viel beständiger und nachhaltiger gegen uns zu wehren weiß?Und dennoch: Ich bin überzeugt, dass wenn wir den Glauben an die Zukunft der Menschheit verlieren, und nicht versuchen uns in diesen "Als Obs" einzurichten, dann werden wir in unseren Gemeinschaften niemand davon begeistern uns auf dem Weg des Fortschritts und der Veränderung zu begleiten. Das "als ob" ist nicht verlogen und auch nicht "zynisch" oder gar "sarkastisch". Für mich persönlich ist es die einzig vernünftige Form unser Menschsein in seiner Widersprüchlichkeit mitreißend motivierend von der Rebellion über die revolutionäre kreative Änderung des schädlich Tradierten in eine küger und eben vernünftiger gestaltete Zukunft zu führen.
Es sind die völlig überzogenen Ansprüche an die "Jetztzeit", die es eh' nicht geben kann, weil jeder Moment schon immer zugleich Vergangenheit und Gegenwart war und ist, die gerade auch wertvolle und kritische Menschen kurzfristig und oft auch auf längere Zeit an den nicht immer für den Menschen vorteilhaften Tatsachen des Lebens erkranken lassen. Diese von Dritten behauptete "Realität" und die Verklärung von Utopien und Träumen zur Kultur der "Verlierer" und "Besiegten", in die wir Träumer von eben nicht desaströsen Endzeit-Träumen sondern von "vernünftigen" Zukunfts-Träumen als Störer, Borderliner oder gar Extremisten nicht zu passen scheinen, ist das eigentliche Trugbild des "Unveränderlichen", wobei doch gerade der "vernünftige Traum" nur ein "unsinniges" aber in Wirklichkeit aufklärendes Oxymoron zu sein scheint.
Und gerade weil wir den sogenannten lebenden Untoten, die alles nur noch "bewahren" wollen, ohne es weiterhin grundlegend zu verändern, mit unseren Träumen "die Stirn bieten" können, sollten wir uns von den sogenannten "Realisten", die in Wahrheit die eigentlich Irrealen sind, nicht für "verrückt" erklären lassen, sondern uns vielmehr zu den einzig übrig gebliebenen "Vernünftigen" in dem Chaos der aktuellen Herausforderungen erklären, damit sich die Autopoiese des Guten nicht verlangsamt sondern durch unsere bescheidenen Eingriffe immer wieder auch beschleunigen kann.
Jeder neuen guten Idee liegt ein "als ob" als ein gewisser erster Probedurchlauf zugrunde, und die Chancen die sich dadurch bieten, die scheinen wir angesichts des Zauberberges von Risiken nicht mehr sehen und in unser Leben als Hoffnung auch kaum noch integrieren zu wollen. Die Hoffnung stirbt aber ja bekanntlich zuletzt, doch in den Köpfen und Herzen meiner ZeitgenossInnen, so weit man sie hören oder durch Handlungen spüren kann, hat man das Gefühl, dass sie längst schon nicht nur gestorben ist, sondern durch unsere führenden Personen und VIPs in Wirtschaft, Kultur und Politik sogar bereits längst beerdigt wurde. Die Welt kriegelt nur noch so vor sich hin in Richtung auf eine "Endzeit", die es als solche im Kosmos ja gar nicht geben kann.
Empört Euch und seid dabei sogar auch "imperfekt"! Genießt das Leben; denn das ist der eigentliche Motor für Veränderung! Lebt so "als ob" die Welt ganz in Ordnung ist (selbst dann wenn sie es auch immer wieder kurzfristig und en detail so nicht ist), oder noch besser als ob sie es in Zukunft sein könnte! Habt keine Angst vor Euren "unrealistischen" Träumen und den Widersprüchen die damit verbunden sein könnten; denn Leben bedeutet Widerspruch, weil dieser Veränderung nach sich zieht!
"Rotwein ist für alte Knaben, eine von den besten Gaben" (Wilhelm Busch)Ein Oxymoron ist eine rhetorische Figur, die zwei gegensätzliche Begriffe miteinander kombiniert, um eine tiefere oder paradoxe Bedeutung zu erzeugen. Wenn ich die Aussage von Descartes "Ich denke, also bin ich", gleichwahr, gleichwertig, aber eben nicht gleichbedeutend mit ihrem "Gegenteil" verknüpfe, so erzeuge ich Wahrheiten auf sehr unterschiedlichen Ebenen, obwohl ich mich aus der Perspektive des Zuhörers oder Lesers solcher Aussagen scheinbar auf der gleichen - nur einen - objektiven Ebene einer persönlichen Aussage ihr oder ihm gegenüber bewege (die doch eigentlich nach dem Postulat vieler "exakter" Wissenschaften vollständig widerspruchsfrei sein sollte), so ist ihr eigentlicher Sinn doch erst nur als ein erklärungsnotwendiges Oxymoron einsehbar.
Heute Nacht, am vom 9. auf den 10. August 2025, wurde ich früh morgens plötzlich wiedergeboren, indem ich mich an meine Diplomarbeit aus den beginnenden 80er Jahren des letzten Jahrhunderts - also mehr als 40 Jahre zurückliegend - erinnerte, und an eines der wichtigsten Bücher in meinem Leben, das die Grundlage für meine damalige Erkenntnis war, die mich bis heute gut durch das Leben getragen hat: Wir alle leben in einem "als ob", obwohl es schon dieses "wir" gar nicht geben kann, weil es in den unendlichen Bruchteilen einer Sekunde ersteht und zugleich verfällt, also eigentlich gar nicht existieren kann.
Alles soll doch einen Platz haben, alles eine gewisse Ordnung; doch schon wenn ich ein halbes Pfund Butter wieder in den Kühlschrank zurück lege, nachdem ich ein Butterbrot mit Teilen davon bestrichen habe, dann ist es unmöglich es auf den exakt gleichen Platz in seiner exakt gleichen Form dorthin wieder zurück zu bringen. Schon in der Drehung gibt es scheinbar unendlich viele neue Orte für die einzelne Ecke des Stück Butters im Kühlschrank, und darüber hinaus ist die Butter auch ohne das fehlende Stück, das ich vielleicht auf das Brot gestrichen habe, nicht mehr ein und dasselbe, obwohl ich es weiterhin als "das" Stück Butter bezeichne. Irgendetwas in ihr, der Butter, ist geschmolzen und ihre Moleküle, gar die Atome haben längst eine andere "Ordnung" eingenommen, die Quantentheorie liefert dazu neue Legenden des Denkens. Um uns über die Butter verständigen zu können müssen wir aber fiktional so tun als handele es sich doch um das gleiche Stück. "Gib mir doch bitte die Butter aus dem Kühlschrank", sagt meine Frau zu mir, alltäglich meinend, dass sich "diese" nun "andere" Butter doch eigentlich kaum durch meinen Konsum auf dem Butterbrot bereits verändert habe. Und schon wenn ich das so sage unterschätze ich wiederum meine Frau, die sicher ihre eigenen mir nicht bekannten Vorstellungen zur Veränderung von Welt im Raum hat. In diesem Dilemma steckt unsere gesamte Sprache und unsere Kommunikation. Die Welt wie wir sie zu sehen meinen, die gibt es nicht, sie ändert sich ständig auf allen Ebenen an allen Orten, und wir hinken mit unseren Wirklichkeitskonstruktionen hinterher.
Wie lang ist die Küste von ... ist eine alte philosophische Frage.
Und wenn man aktuell banale KI-Kritik äußern möchte, ohne die dahinter stehenenden Probleme einer sehr wohl denkbaren human klugen KI wirkllich durchdrungen zu haben, dann kann man z.B. die noch sehr unterentwickelte und uns alle bereits dennoch erstaunende KI von Google mit "falschen" oder unangemessenen Antworten sehr schnell und leicht diffamieren. Der Fehler liegt aber zumeist nicht in der Antwort, sondern schon in der Frage:
Schon wenn man das Wort philosophisch in der Anfrage an die KI hinzufügt, erhält man eine erstaunlich über die erste Antwort hinaus sinnvoll relativierende Antwort:
Es macht also natürlich sehr wohl einen Unterschied, ob ich als Ameise Australien umrunde, und jeder Kieselstein meine Strecke vermehrt und erhöht, oder ob ich Australien mit dem Flugzeug umrunde, was eben auch fast sogar schon eine Weltumrundung darstellt.
Hinzu kommt dass Kommunikation "an sich" im Sinne gegenseitig vollständig geteilten Verstehens gar nicht möglich ist, weil wir ja niemals die gleichen wort-, gefühls- und gedankenbildenden Erlebnisse und Erfahrungen zwischen den Sprechenden teilen, die unsere Sprache und damit eben auch unser Denken konstituieren. All dies ist eigentlich banal, doch wir müssen weiterhin so miteinander umgehen, "als ob" es diese Unmöglichkeit des gegenseitigen Verstehens nicht gäbe, und im Alltag und ohne solche Spitzfindigkeiten funktioniert das Gespräch in der Gesellschaft meistens doch recht angemessen, auch ohne die Berücksichtigung dieses "als ob" funktional und insofern "gut".
Die Philosophie des "als ob" von Vaihinger war damals ein Paukenschlag in meinem Leben. Es war wohl auch kein Zufall dass der Gutachter für meine Arbeit zugleich ein sehr seriöser Psychotherapeut für das Kinderalter war. Ich jedenfalls wurde durch meine eigene noch relativ naive Diplomarbeit insoweit therapiert, als ich im Prozeß seiner Verfertigung gelernt habe, immer wieder noch einmal nachzufragen, wenn ich meinte schon etwas zu wissen.
Die gleichzeitige Existenz des "Seins, das immer zugleich ein Nicht-Sein" ist, und sich dadurch als eine von unendlich vielen Wirklichkeiten für mich und für mein Kommunikationsgegenüber unique darstellt, wurde für mich zu einer Tautologie oder Verum, das in der formalen Logik eine Aussage ist, die unabhängig von ihrer Interpretation immer gültig zu sein scheint. Dabei ist es eigentlich erst die Interpretation, die ihren nutzbringenden Sinn ausmacht, ansonsten hört sie sich ganz zwangsläufig so an, als wäre sie die Ausgeburt eines kranken Hirnes.
" nun hat der Autor, überraschend und hilfreich für uns alle, dargelegt, dass seine Ausführungen nicht nur auf seine Patienten, sondern in einem weiteren Sinn auf uns alle zutreffen. Über das Bedürfnis, sich in eine Welt der Illusionen
zurückzuziehen und ein persönliches Paradies zu schaffen, schreibt er: 'Dasselbe gilt für uns, denn auch wir sind Patienten und haben ernsthafte Probleme mit der Realität'. Manche dieser schwerwiegenden Probleme sind, wie Steiner uns zeigt, individuell sehr spezifisch und beruhen auf leidvollen Erfahrungen mit Grausamkeit oder Vernachlässigung. In den Gründungsmythen der westlichen und anderer Kulturen kommen sie und auch die emotional komplexen Folgen einer brutalen Behandlung beredt zum Ausdruck. Ödipus war, wie Steiner schreibt, ein traumatisiertes Kind. Was ihm zugefügt wurde, erwies sich als noch gravierender, als die Menschen, die ihm am nächsten standen, stillschweigend übereinkamen, die ihm zugefügten Traumata zu verleugnen. Andere schwerwiegende Probleme sind inhärente und unvermeidliche Aspekte des Menschseins. Die Tatsachen des Lebens, die wir ignorieren, wenn wir uns in Illusionen vom Paradies zurückziehen, 'beinhalten auch die Erkenntnis, dass Zeit nie stillsteht. Der Schock der Desillusionierung kann traumatisch sein, weil uns das Vergehen der Zeit nicht nur zu erkennen zwingt, dass alle guten Dinge irgendwann vorbei sind, sondern dass dies auch für das Leben selbst gilt'. Weil wir nicht nur in eine unaufhaltsam voranschreitende Zeit eingebettet sind, sondern auch in die unausweichliche Vergänglichkeit all dessen, was wir lieben, und unserer eigenen eignen Sterblichkeit ausgesetzt sind, stehen wir ständig vor der Aufgabe, mit den uns gesetzten Grenzen zurechtzukommen, Grenzen, die uns in Verbindung mit unseren Möglichkeiten ausmachen. Man könnte auch sagen, dass wir immer (wenn auch selten bewusst) mit einem Trauerprozess beschäftigt sind. Die Herausforderung besteht darin, diese Trauer zuzulassen und unsere Verluste auf eine Weise durchzuarbeiten, die uns ein kreatives Leben ermöglicht." (Quelle: Geleitworte Jay Greenberg und Heinz Weiß: John Steiner, Illusion, Desillusionierung und Ironie in der Psychoanalyse, Stuttgart 2023)Mit dem Sein ist also immer zugleich auch das Nicht-Sein verbunden, einerseits als "Möglichkeit" andererseits aber eben auch als ein bestürzendes Faktum des biologischen Zerstörens und des Neubeginns innerhalb von uns selbst, wobei die genauen "Orte" und "Prozeduren", die exakt dafür verantwortlich sind, immer noch nur in schemenhafter Form als neurophysiologische und neurobiologische Erkenntnisse, Tatsachen und Forschungsergebnisse bisher vorliegen. Dieser "Streit" um das "was, wo, wann und wie" ist so alt, wie die descartesische Versicherung und der kantische Zweifel.
"Und indem ich erkannte, daß diese Wahrheit: ich denke, also bin ich' so fest und sicher ist, daß die ausgefallensten Unterstellungen der Skeptiker sie nicht zu erschüttern vermöchten, so entschied ich, daß ich sie ohne Bedenken als ersten Grundsatz der Philosophie, die ich suchte, ansetzen könne. Sodann untersuchte ich aufmerksam, was ich denn bin, und beobachtete, daß ich mir einbilden könnte, ich hätte keinen Körper und es gäbe keine Welt noch einen Ort, an dem ich mich befinde, daß ich mir aber darum nicht einbilden könnte, daß ich selbst nicht wäre; ganz im Gegenteilsah ich, daß gerade aus meinem Bewußtsein, an der Wahrheit der anderen Dinge zu zweifeln, ganz augenscheinlich und gewiß folgte, daß ich bin, sobald ich dagegen nur aufgehört hätte zu denken, selbst wenn alles übrige, das ich mir jemals vorgestellt habe, wahr gewesen wäre, ich doch keinen Grund mehr zu der Überzeugung hätte, ich sei gewesen. Daraus erkannte ich, daß ich eine Substanz bin, deren ganzes Wesen oder deren Natur nur darin besteht, zu denken und die zum Sein keines Ortes bedarf, noch von irgendeinem materiellen Dinge abhängt, so daß dieses Ich, d. h. die Seele, durch die ich das bin, was ich bin, völlig verschieden ist vom Körper, ja daß sie sogar leichter zu erkennen ist als er, und daß sie, selbst wenn er nicht wäre, doch nicht aufhörte, alles das zu sein, was sie ist." (Quelle: René Descartes, Von der Methode des richtigen Vernunftgebrauchs und der wissenschaftlichen Forschung. Hamburg, Nachdruck 1978)
Nun sind Jahrhunderte über dieses Nachsinnen, was das jeweilige "Ich" denn nun sei, hinweggegangen, und es ist höchst unwahrscheinlich aufgrund aller bisher vorliegender überzeugender wissenschaftlicher Erkenntnisse, dass unsere "Seele" nach unserem physischen Tod so weiter existiert, wie wir sie zu kennen glauben; aber die Geschichten, oder Narrative in heutigem Newspeak, in die wir existenziell eingegangen sind, die schreiben sich natürlich auch mit unseren "Spuren" nach dem physischen Tod weiterhin fort, die wir hinterlassen haben, so sie nachfolgende Generationen noch zur Kenntnis nehmen. Dass sich dies aber nicht nur nach uns generationenübergreifend abspielt sondern tatsächlich auch gegenwärtig und momentan in unendlicher Weise in uns selbst, war für mich damals in den frühen 80ern eine völlig neue faszinierende Erkenntnis.
Der Gegenstand unseres Vergessens ist der relativ frühe Tod unserer Erlebnisse und Erfahrungen, auch dann wenn sie vorerst noch eine physische Repräsentanz in unseren Hirnen bewahren, und beispielsweise in Tag- und Nachtträumen auf kaum kontrollierbare Weise wieder in uns zum Vorschein kommen. Aber selbst das Träumen "in" uns bleibt wohl nach unserem physischen Tod definitiv aus, auch wenn der letzte naturwissenschaftliche Nachweis dafür kaum erbracht werden kann, weil sich nach unserem Tod eben physisch nichts mehr außer dem Zellverfall unabhängig von einer Verbrennung messen lässt. Viele Mythen und Religionen ranken sich um das "Nachleben nach dem Tod", mir persönlich reichen insofern jedoch die durch Dritte erinnerbaren Relikte meiner Existenz und meiner Erzählungen bei meinen Freunden, Verwandten und sonstigen direkten wie indirekten Kontaktpersonen in meinem Leben bereits aus.
Spannender ist indes die Tatsache, dass mich diese Zwangsläufigkeit des Vergessens dazu zwingt, mich in "unendlicher" Weise stets neu zu erfinden, weil dieser Prozess eben nur sehr begrenzt willentlich gesteuert werden kann; denn auch wenn ich durch intensives Lernen und "Behalten" mir Einiges durch den Kampf des Lebens erhalten und bewahren kann, so sterben nicht nur ständig "Inhalte" meines Bewußtseins und meines indirekten mir nicht direkt zugänglichen Seelenlebens ab, und sogar auch die ursprünglich bewußten Erinnerungen (an meine Erzählungen, Handlungen und Erlebnisse mit und um meine Person) in den Menschen, die während meines Lebens einen mal stärkeren, mal weniger starken Bezug zu mir haben bzw. hatten. Durch die sich in meiner Frau oder meiner Tochter in gleicher Weise stattfindenden gleichen Prozesse, lassen sie mich ebenfalls für sich, zumindest solange ich lebe, unendlich und tagtäglich stets neu sterben und wieder auferstehen, stets also vielleicht nur minimal verändert, aber eben doch niemals gleich.
Besonders merkwürdig ist die Tatsache, dass ich, wenn ich mir nach dem Aufwachen versuche Rechenschaft darüber abzulegen, was ich wohl geträumt habe oder besser hätte, feststelle, dass das Träumen nicht nur ein rezeptiver sondern auch ein aktiver zu sein scheint. Es kommt mir so vor als ob ich meine "Wirklichkeit", welche sie auch immer sein mag, im Traum "aktiv" neu gestalte, sogar in gewisser Weise neu denke und "aktiv" nach neuen Lösungen im Traum suche und insofern sogar auch im Traum weiterhin denkend "handele". Handeln bedeutet Verantwortung. Bin ich also sogar für meine Träume verantwortlich? In gewisser Weise ja, denn wem und wessen ich mich sowohl "historisch" aber gerade auch aktuell aussetze, kann die Formen und Inhalte meiner Träume modifizieren. "Träumt es mich" oder "träume ich es"? Oftmals schon habe ich Letzteres erlebt, weil das, was ich dabei träumte keine Erinnerung an etwas war, das existierte sondern eine "Lösung", die ich mir neu im Traum erarbeitet hatte.
Ich kenne Träume als Erinnerung, vielleicht sogar auch als einen "Mülleimer" des Erlebten, das das Gehirn scheinbar irgendwie in unterschiedlich langen Etappen loswerden will. Es tauchen im Traum sowohl aktuelle, kurzfristige, als auch ot mittelfristige bis langfristige Erlebnisse und Lebenspartner auf. Dabei kreuzen und vermischen sich Vergangenheiten und "Gegenwarte", indem sie sich wohl gegenseitig kurzschließen, dadurch sind Träume sicher auch oft so verwirrend und verwirrt. Natürlich gibt es auch "schicksalhafte" Träume, in denen mir das nicht Wissbare und das nicht Vorstellbare meiner Person etwas neu aufzuerlegen scheint, Esoteriker würden dann allzu selbstgewiss und überheblich sagen, dass solche Träume oder Traumbestandteile auch dabei etwas mitteilen "wollen". Ich bin bei solchen Interpretationen mehr als vorsichtig, glaube aber - ähnlich meinen wachen nur "gefühlten" und nicht gewußten "Intentionen" - verfängt sich der Geist in solchen Gespinsten auch im Traum, um sie dann neu für sich entweder nur als "Erzählung" des Schicksals zu interpretieren oder gar auch danach faktisch für Entscheidungen und Handlungen neu zu nutzen. Für mich gibt es diese übersinnliche Komponente, auch ohne dass ich sie wirklich wissen kann.
So bleibt scheinbar nur eine alte klassische Antwort: Alles ist im Fluss! Fluxus heißt die kulturelle Antwort darauf. Die letzte Szene eines mir sehr wichtigen Spielfilmes über den Reformator Zwingli gibt uns als Quintessenz des Lebens sobar die "ewige Suche" vor, die ich mir persönlich auch gerne oft als mein relativierendes "Evangelium" setze; doch schon Bertrand Russel sagte: Nichts ist nur relativ, denn wenn alles relativ wäre, wozu sollte es relativ sein.
"In dieser letzten Filmszene vergräbt die zur Witwe gewordene Ehefrau Zwinglis, Anna Reinhart, auf offenem Feld einen im Streit mit ihrem Ehemann zerbrochenen Krug. Dabei hört man als Quintessenz der von Zwingli erkämpften reformatorischen Freiheit in Off-camera-Technik ihre Stimme mit den Worten: 'Viele wünschen sich die alten Gewissheiten zurück. Aber ich weiß: Es bleibt uns nichts anderes übrig, als auf der Suche zu sein.' Peter Opitz missbilligt dabei, dass dieser Satz eher der Philosophie des 20. Jahrhunderts (z. B. Odo Marquard, Martin Heidegger) zuzuordnen sei denn der reformatorischen Theologie." (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Zwingli_(Film))
Nun, gibt es für uns Menschen folglich ein Leben mit der Möglichkeit des vollständigen Verzichtes auf alte und alle Gewissheiten? Sicher nicht! Leben heißt eben auch nicht nur Neues erleben sondern auch Altes klug zu erinnern. Die Frage, die sich dabei für mich allerdings stellt, ist die folgende: Sollten wir uns deshalb zu Sklaven und Opfern der "alten" Gewissheiten machen, oder sollten wir uns nicht vielmehr weit umfassender und weit öfter für Neues und das "Suchen" offen halten, als wir uns dies durch unsere Angst vor den "negativen" Folgen von Veränderung in der Zukunft gönnen bzw. zugestehen.
Wir haben Angst vor uns und vor den Anderen, weil wir uns mit unseren Schattenseiten und die Anderen mit ihren Bedrohungen unserer Person und unseres Ichs befürchten.
Es fällt schwer sich die Gesamtzahl unserer Mitmenschen als Personen mit niederen Instinkten vorzustellen, die einen selbst insofern ständig wenn auch eben oft eben nur sprachlich und gedanklich "ermorden" könnten, aber genau solche Möglich- wenn auch nicht Wirklichkeiten prägen ja das gesellschaftliche Miteinander; und da diese Taten zudem eben in Wirklichkeit nicht immer bewußt, vorsätzlich, geplant und grausam geschehen, sollte man "strafmildernd" auch eher immer häufiger von "Totschlag" oder noch besser von "fahrlässiger" Tötung sprechen, ohne den impliziten grausamen Morden deshalb seine juristische aber eben nicht philosophische Schärfe zu nehmen. Und selbst dazu fehlt bei den "TäterInnen" eigentlich aufgrund von relativer Unwissenheit über diese Zusammenhänge der entsprechende umfassende vollständige "Tat"verdacht.
Nur ich, der ich nun um solch eine Tatsache weiß, begehe in gewisser Weise ein "Mord"-Verbrechen, indem ich Menschen und Erlebnisse mit ihnen, oder auch oft nur geteilte Erzählungen entweder vereinfache, oder sie gar bewußt scheinbar ungerecht aus meinem Gedächtnis zu streichen versuche; gleichzeitig handelt es sich auch um einen gewissen "Selbst"mord, weil ich mit mir, meinen Erlebnissen, Erfahrungen, inneren Erzählungen oder faktischen Handlungen ja in gleicher Weise wie mit Anderen umgehe, oder umgehen muss. Ich vereinfache mir mich und für mich auch Andere, um mit mir und mit den Anderen überhaupt leben zu können. Diese so notwendige "als-ob-Situation", die ich später mit Vaihingers Philosophie des "als ob" noch zu konkretisieren versuche, ist die eigentliche Crux des Lebens.
Eigentlich müsste eine kontinuierliche Temperaturmessung ergeben dass das eigene Haus ständig brennt: "Descartes begann seine Philosophie mit dem Zweifel; er wollte sich von allen seinen bisherigen Ueberzeugungen losmachen; allein es wurde ihm nicht leicht; er selbst sagt: Ich merkte, dass ein Mensch leichter sein Haus in Brand stecken als sich von seinen Vorurtheilen losmachen kann.'" (Quelle: Friedrich Albert Lange, Geschichte des Materialismus und Kritik seiner Bedeutung in der Gegenwart, Iserlohn und Leipzig 1887)
Der Brand sollte insofern hypothetisch täglich in uns und mit uns stattfinden. Die Temperaturen und Ereignisse, in denen das Losmachen von Vorurteilen stattfinden könnte, sind indes allerdings weniger "heiß" und deutlich "seltener". Nun finden die Stoffwechsel- und Speicherungsprozesse der ständigen Erneuerung unseres inneren Geistes- und Seelenlebens, wie auch deren Abbau ja auch nur im Temperaturenbereich zwischen 36,5°C und 37,5°C statt, und erst wenn sie enden erkalten wir deutlich.
Kann es also über unsere individuelle Privatexistenz hinaus (unserere stets neu erworbenen Meinungen, Einstellungen, Gefühle, Handlungen und Erfahrungen), die mit unserem Tod formal in ihrer biophysischen Entwicklung enden, (wenn auch nicht zwingend und sofort inhaltlich durch unsere "Nachrufe"), irgendwelche universellen "Wahrheiten" geben, an die wir uns generationenübergreifend gebunden fühlen sollten? Dies ist insoweit umstritten, als nicht alle Menschen davon überzeugt sind, dass es zum Beispiel ein universelles und universales, Menschen- oder gar Völkerrecht gibt. Ein gewisser historischer Wandel derselben scheint wenn auch eher langfristig irgendwie unumgänglich zu sein. Grundlage dafür bleiben wohl nach wie vor philosophische, religiöse, kulturelle, ökonomische wie auch politisch-juristische möglichst demokratische "Setzungen".
"Es erscheint uns zunächst misslich und irreführend, in Anpassung an den Sprachgebrauch von religiösen Wahrheiten' zu sprechen, wenn man ihren Lehrgehalt leugnet und sie nur als Fiktionen, wenn auch als wertvolle Fiktionen, gelten lassen will. Im Hinblick auf die Einheit der menschlichen Natur ferner und auf die teleologische Bedeutung des Denkens im Dienste dieser Einheit - ein Motiv, das gerade der biologischen Betrachtungsweise entnommen ist - muss gegen die radikale Trennung des Wissens vom Glauben, der Wirklichkeit vom Ideal protestiert werden: ein auf rein fiktiver Grundlage ruhender Glaube, ein erdichtetes Ideal ist ein Schemen, das an sich keine Motivationskraft für den normalen Menschen hat; nur in Anlehnung an eine Gesetzmässigkeit, von deren Realität man überzeugt ist, können Fiktionen Bedeutung erhalten und insofern das Handeln bestimmen; getrennt von ihr sind es reine Illusionen, denen nur Selbsttäuschung Wert beimessen kann. Der ideale Wert der religiösen Wahrheit kann, so wollen wir uns positiv ausdrücken, nur dann aufrecht erhalten werden, wenn sie Wahrheit' im strengen Sinne ist; wenn sie also, so rätselhaft' auch der Spiegel' sie wiedergibt, in dem wir sie schauen, doch auf durchaus realer Basis beruht und auf eine ewige Wahrheit' zurückführt. Wir verhehlen uns nicht, dass wir damit eine Auffassung vertreten, die der Vaihingerschen diametral gegenübersteht: Vaihingen ist Kantianer in dem Sinne, dass er die Rechte' des Erkenntnissubjekts, seine Autonomie' und sein schöpferisches' Verhalten beim Formen der Wahrheiten betont. Wahr' muss also für ihn das und nur das sein, was den Bedürfnissen' (im edelsten und umfassendsten Sinne) des Subjekts irgendwie entspricht. Wer dagegen mit uns im Hinblick auf die unverrückbar gültigen Werte, an die der Menschengeist sich gebunden sieht, und auf die Umwelt, von der er sich in vieler Beziehung abhängig fühlt, das Subjekt in einen umfassenderen, weltumspannenden Zusammenhang hineinstellt, für den behält die Wahrheit ihren überindividuellen, allgültigen Charakter, und, was wir Wahrheit' nennen, ist nur eine Aneignung jener für sich bestehenden Wahrheit, ein mehr oder minder gelingendes Erfassen der Wirklichkeit an der Hand der transsubjektiven und doch in unserem Innern herrschenden Idealgesetze." (Quelle: Vailiingers Philosophie des Als Ob" von Universitäts-Professor Dr. W. Switalski in Braunsberg (Ostpr.))
Dies kulminiert für mich persönlich in dem wunderbaren und diesen Gedanken verkürzenden Satz von Karl Jaspers: "Wahrheit ist, was uns verbindet".
(Quelle: https://www.wallstein-verlag.de/
9783835304239-wahrheit-ist-was-uns-verbindet.html)
Wir alle leben längst sehr häufig in einem "als ob", weil wir anders gar nicht überleben könnten. Wachsende mediale technische Kommunikation treibt diesen Prozess massiv voran. Wir könnten die vielen uns ansonsten tief irritierenden und verunsichernden Daten gar nicht ertragen und in Information umsetzen. Wir wären hoffnungslos überflutet und überfordert damit. Wir heucheln Betroffenheit und Mitgefühl bei der relativ realistischen Darstellung von tausenden von Toten, Verletzten, Verstümmelten, Geschlagenen und Vergewaltigten, die wir über unterschiedliche Nachrichtenkanäle tagtäglich zu uns nehmen. Obwohl jedes einzelne Opfer bereits unseres tiefen Mitgefühls und Mitleidens bedürfte generalisieren wir es mit Begriffen wie "Kriege", "Katastrophen", "Verbrechen" oder "Missbrauch" unter die wir solche "Wirklichkeitstatsachen", die an uns herangetragen werden, subsumieren. Wir können gar nicht anders, wenn wir noch angemessen im Alltag reagieren und überleben wollen. Ich predige hier nicht wie viele andere die "Gleichgültigkeit als Gesundheitstherapie", sondern ich weise vielmehr auf das Dilemma von uns allen hin, dass wir zum Beispiel selbst wenn wir Frieden gutwillig anstreben, wir doch das Elend in gewisser Weise immer wieder auf Abstand halten müssen, um die Kraft zu bewahren, letztendlich doch handelnd und wirkend auf die Veränderung von Mißständen Einfluß nehmen zu können.
Friedenspolitik heißt insofern auch im "Krieg der Anderen" weiterhin den eigenen Frieden im Sinne der Selbsterhaltung zu leben, ohne die Kraft zur Empathie, den Impetus von Anstand und die Motivation zur Beendigung solcher Kriege und Konflikte zu verlieren. Wir technisieren insofern unsere Sprache, unser Denken und unser Fühlen im Sinne der klassischen Konstruktion stabiler Problemlösungsmodelle, also eben genau das, was wir als Technisierung von Welt in der Absicht von deren "Verbesserung" beschreiben können.
Im Klimawandel und angesichts prognostizierter Endzeitvisionen bedeutet das Überleben immer wieder auch auf Techniken der Distanzierung zu bedrohlichen Tatsachen zeitweise in den Alltag zurückzugreifen, damit wir uns nicht ständig psychotisch und hysterisch medial abstumpfen lassen bzw. überfordern.
Die industriellen Übeltäter haben längst auf perverse Weise das "als ob" für sich entdeckt; die Opfer aber sollen daran zugrunde gehen, dass sie sich angesichts des Elends in der Welt durch die eigene Überforderung zu schnellen und radikalen eigentlich notwendigen Lösungen in die Schützengräben der Angst vor der Endzeit ducken, anstatt sukzessive und geduldig zu lernen dass es eben kein wiederspruchsfreies gutes Leben im schlechten Leben geben kann. Die akuten Notwendigkeiten zur Veränderung auch praktisch umzusetzen werden dann lethargisch nicht mehr gesehen und stattdessen verelenden die Opfer tagtäglich nicht nur materiell sondern auch psychisch. Die Selbsmordraten unter den Opfern der Hyperindustrialisierung und die psychischen Dramen unter denjenigen, die offen wahrnehmen, was die Täter mit der "Umwelt", die doch eigentlich "unsere" Welt ist, die wachsen stetig an, während unsere Eliten sich in ihren Endzeitorgien sonnen, soziale Leistungen kürzen oder gar streichen, und unsere VIPs mit exorbitanten Einkommen möglichst sogar ohne Steuerabzug "gesund"stopfen.
Immer mehr Menschen resignieren und immunisieren sich durch medialen Absentismus, weil sie sich überfordert fühlen, die Meeresverschmutzung, die schmelzenden Gletscher, die neuen Kriege und die Verödung der Dritten Welt tagtäglich in ihren Alltag zu integrieren und zu ertragen. So schreiben sich oft auch noch die Opfer die Täterschaft der Anderen selbst zu, weil sie es nicht geschafft haben rechtzeitig gegenzusteuern. Täglich begegnen uns zudem perfiderweise neue Strategien der Natur- und Klimaverseucher um durch "Greenwashing" nur so zu tun "als ob" man Probleme löse, indem man auf "Lösungen" zurückgreift, die schon kurz- und mittelfristig meist bereits nicht wirksam sind, und vor allem langfristig die gravierenden Probleme evozieren, die sie verlogen vorgeben durch neues "Klimabewußtsein" und den daran geknüpften "Zertifikatehandel" zu lösen. "Technologieoffenheit" lautet das Pseudo-Zauberwort, mit dem man uns deshalb verkappt alte Lösungen als neue Strategien zum Klimaschutz nahebringt, so "als ob" es in Zukunft Atomkraftwerke ohne Atommüll oder "als ob" es "Verbrenner" ohne Raubbau an unseren Rohstoffen geben könne.
Drehen wir deshalb den Spieß um, und atmen wir selbst trotz aller Widrigkeiten auch einmal gelassen, entspannt und dennoch besonnen durch, weil wir nicht für die Verbrechen Dritter verantwortlich sind. Nur wenn wir uns insofern selbst psychisch stabilisieren und uns durch eigene vorläufige sinnvolle "Als-Obs" als Überlebenswillige auch weiterhin lebensfreudig schützen, sind wir auf Dauer in der Lage den harten Kampf gegen die falschen "Als-Obs" der Herrschenden aufzunehmen und uns durch neue Ansprüche und Forderung bezogen auf kluge und vernünftige Veränderungen so zu wehren, dass wir durch "Real News" statt "Fake News" auf Dauer letztere mit ihren Pseudolösungen entlarven.
Nicht die Fake-News der Leugner von Klimawandel, sozialem Kahlschlag und weltweiter militärisch atomarer Bedrohung sind die richtigen Instrumente für dieses Überlebens-AlsOb sondern die Fähigkeit, die parallel laufenden "schönen" und "guten" "Dinge", gemeinsame wertvolle Erlebnisse bzw. Erfahrungen als ein "Als Ob" so zur Kenntnis zu nehmen, dass sie uns den nötigen Spielraum und die Kraft für die rebellischen, revolutionären kreativen Träume für die Veränderung zum Guten und Richtigen im Universum lassen. Dies ist wissender, lernender und damit auch vernünftiger Humanismus als Antwort und Gegenwehr bezogen auf den zynisch sarkastischen Pseudo-Geist der Endzeitjünger, die die Menschheit als solche schon heute "überlebensunfähig" im sogenannten Übergangsstadium "Anthropozän" längst abgeschrieben haben. Unsere Milliardäre fliegen ins All und suchen dort nach neuen Planetenbehausungen anstatt die Wunder der Welt auf diesem Planeten zu erkennen und zu würdigen, Lassen wir sie ruhig in der trügerischen Meinung, dass sie den Humanismus bereits besiegt und überwunden hätten. In dieser Irre sollten sie sich ruhig verirren, denn am Ende wächst das Rettende auch, davon bin ich persönlich überzeugt, und genau dafür möchte ich hier mit Vaihinger und Japers als Ghostwriter gerne werben. Ähnliches hat wahrscheinlich auch der kluge Hegel mit der Bewegung des Weltgeistes zum Besseren trotz aller Widersprüche gemeint, die er ja dialektisch für dauerhaft unhintergehbar hielt.
Wer ist des Menschen größter Feind? Es ist die Mensch-Maschine, die eine Maschine ist. Weil wir uns zur Maschine machen, obwohl wir doch Menschen sind. Wir fürchten uns, weil wir uns als Maschine lieben, und wir lieben uns, weil wir uns vor der Maschine fürchten. Vor einer Jugend, die so sensibel dringlich fordernd wie Billie Eilish (auch wenn die lyrics wahrscheinlich von ihrem Bruder stammen) das Verhältnis von Angst und Liebe beschreibt, müssen wir Alten uns nicht mehr vor der Zukunft ohne uns fürchten. Sie, diese Jungen, solange sie sich ihre unerklärbar offenen visionären und romantischen "Ozeanaugen" bewahren, sind auch unsere Rettung, weil sie eben genau diese faszinierende und zugleich stets angstmachende Zukunft frei und ehrlich thematisieren, ohne sie dennoch selbst auch wirklich vollständig erfassen zu können. Jung und Alt unterscheiden sich eigentlich darin nicht wirklich grundsätzlich. Diese zarte aber klare Zerbrechlichkeit beim Blick in die Ozeanaugen der Zukunft macht unser Menschsein aus, und wer die banale Pseudo-Perfektion künstlicher Maschinen-Intelligenz als Nachfolgeinstanz des Menschen denkt, sollte stattdessen in erster Linie lieber die kreative diverse Zerbrechlichkeit einfordern, die uns Menschen als Gattung ausmacht, und uns im Kosmos so einzigartig (unique) sowohl singulär als auch kollektiv erfolgreich gemacht hat."Ich habe dich eine Zeit lang beobachtet
Kann nicht aufhören, in deine Ozeanaugen zu starren
Brennende Städte und Napalm-Himmel
Fünfzehn Fackeln in diesen Ozeanaugen
Deinen Ozeanaugen[Refrain]
Nicht fair
Du weißt wirklich, wie du mich zum Weinen bringst
Wenn du mir diese Ozeanaugen gibst
Ich habe Angst
Ich bin noch nie von so hoch oben gefallen
Falle in deine Ozeanaugen
Diese OzeanaugenIch bin durch eine blind gewordene Welt gegangen
Kann nicht aufhören, über deinen Diamantverstand nachzudenken
Vorsichtige Kreatur freundete sich mit der Zeit an
Du hast sie einsam gelassen mit einem Diamantverstand
Und diesen Ozeanaugen ..."Der Fehler unserer Bildungssysteme ist die Forderung dass "am Ende" der Ausbildung, die doch eigentlich nie wirklich abgeschlossen sein sollte, "perfekte" "fehlerfreie" Menschen die Elitelager privilegiert verstärken sollen. Der Abfall der "Loser" des ungleichen Kampfes um Zugang zu Macht und Geld wird dann einfach ausgesondert und mit den Mechanismen der Stigmatisierung sonderbehandelt.
Der Wettkampf um die Plätze für einige wenige "perfekte" Menschen, die die Ansprüche der "Leistungsgesellschaft" möglichst fehlerfrei erfüllen können, tobt auf allen Ebenen, und natürlich haben Menschen mit jeweils privilegierten Bildungschanden die Nase vorne. Schon deshalb müssen wir darauf drängen, dass auch die weniger "perfekten" Menschen durch eigene Tüchtigkeit ein gutes soziales Auskommen erwerben können. Die sogenannte "offene" Gesellschaft in Deutschland mit diversen sozialen Möglichkeiten der qualifizierten Nachkriegs-Mittelstandsphilosophie und die daran geknüpften Sozialstaatsillusionen sind einer rigiden VIP-Welt gewichen, die uns wieder alle in ein soziales Plus und ein Minus durchsiebt, und nur Wenigen gegenüber der Mehrheit die zentralen diversen Lebenschancen zuweist. Zum Helfer der neuen Mächte soll nun möglichst schnell auch noch die Künstliche Intelligenz werden, deren Missbrauch noch mehr Menschen von ihren Arbeitsplätzen verdrängen und uns noch mehr voneinander sozial isolieren könnte.
Dabei kann künstliche Intelligenz, indem sie aus bisheriger menschlicher Intelligenz schöpft und diese scheinbar "neu" ordnet, durchaus Wahrheiten generieren, die aber eben wirklich nicht "ihre" sondern nur "unsere" im virtuellen alter ego sind. Fragt man die noch relativ primitive KI im aktuellen Google beispielsweise nach dem Begriff "Imperfektionismus", der für mich den Erfolg des Menschseins im Gegensatz zur nichtmenschlichen Natur ausmacht, so erhält man die auch für mich erstmal in ihrer Qualität durchaus hinreichende Antwort:
"Was ist Imperfektionismus?
'Imperfektionismus' beschreibt die bewusste Entscheidung, sich von dem Zwang zur Perfektion zu lösen und stattdessen Unvollkommenheit zu akzeptieren. Es geht darum, gute Ergebnisse zu erzielen, ohne das Streben nach makelloser Vollkommenheit zu erzwingen.
Erläuterung:
Abgrenzung zum Perfektionismus:
Während Perfektionismus das übermäßige Streben nach Fehlerfreiheit und makelloser Vollkommenheit bedeutet, impliziert Imperfektionismus eine entspanntere Haltung, bei der Fehler und Unvollkommenheiten als Teil des Prozesses und des Lebens akzeptiert werden.
Vorteile des Imperfektionismus:
Eine imperfektionistische Herangehensweise kann zu mehr Kreativität, Produktivität und einem entspannteren Umgang mit Herausforderungen führen. Es befreit von der Angst vor Fehlern und ermöglicht es, Neues auszuprobieren, ohne von dem Druck, alles perfekt machen zu müssen, gelähmt zu werden.
Imperfektionismus im Alltag:
Der Begriff kann sich auf verschiedene Lebensbereiche beziehen, z.B. auf die Arbeit, kreative Projekte oder persönliche Beziehungen. Es geht darum, eine gesunde Balance zu finden und nicht in übertriebenen Perfektionismus zu verfallen, der zu Stress und Unzufriedenheit führen kann.
Imperfektionismus vs. Schlampigkeit:
Es ist wichtig zu betonen, dass Imperfektionismus nicht mit Schlampigkeit oder Nachlässigkeit gleichzusetzen ist. Es geht vielmehr darum, eine realistische Erwartungshaltung zu entwickeln und zu erkennen, dass Perfektion in vielen Bereichen einfach nicht erreichbar ist.
Beispiele:
In der Kunst kann ein Bild, das nicht perfekt ist, dennoch einen besonderen Reiz haben. Im Alltag kann es bedeuten, eine Aufgabe nicht bis ins letzte Detail zu perfektionieren, sondern sie mit einem guten Ergebnis abzuschließen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Imperfektionismus eine Haltung ist, die dazu ermutigt, sich von der Last der Perfektion zu befreien und die Schönheit der Unvollkommenheit zu erkennen."Das Begreifen der philosophischen Dimension dieser Erklärung indes entzieht sich der künstlichen Intelligenz, weil sie die Welt gar nicht aus einer menschlichen Perspektive - gerade mit ihren impliziten Schwächen - er- und begreifen kann. Natürlich kann man Zufallsstrukturen und Brüche in die künstliche Intelligenz einbauen, aber diesen fehlt eben die evolutionäre Kraft sich aus der humanen unvollständigen "eigentlichen" primär kindlichen "als-ob-Struktur" der ursprünglich nicht menschlichen Vor-"Natur" in "trial and error" in ein liebenswertes und dann gar vernünftiges "Humanium" mit Zukunftsaussicht erhoben zu haben.
Die heutige künstliche Intelligenz wird in der Zeit ihre eigene Evolution haben. Sie wird immer komplexer und komplizierter und unter Umständen sogar erst mit und dann "gegen" den Menschen immer erfolgreicher werden; aber sie wird genau deshalb im schlimmsten Fall immer mehr ihrer menschlichen konstruktiven Fehler fast ganz beraubt, und nur Zyniker, die den Menschen für genuin "nur" böse halten, werden insofern über den Ersatz des Menschen durch KI auf Dauer erfreut sein.
Mutanten gab es auch schon vor uns Menschen auf allen Ebenen der uns umgebenden und in uns wirkenden Natur, aber der Mensch ist eben nicht einfach nur mutierte Natur auf ihrem "höchsten" Niveau sondern eine einmalige Qualität besonderer Art; und nur diejenigen, die uns und damit sich selbst nicht lieben, können schon heute das Anthropozän als eine historisch relativ abgeschlossene vergangene Epoche begreifen.
Ich habe einen jungen Verwandten, der scheinbar in gewisser Weise an einem Syndrom im Rahmen des Autismusspektrums erkrankt ist. Sein Vater erzählte mir, dass dieser Junge Tiere vorerst weit mehr als Menschen schätze, und ich erinnerte mich dabei an meine eigene Kindheit. Aufgrund der unerträglichen egomanisch primitiven Macho-Männer, die ich in meiner Jugend neben meiner unerträglichen aber sehr geschäftstüchtigen ewig gestrigen Großmutter, als heranwachsendes älteres Kind in meiner Familie erlebte und durchlitt, begann ich auch damals ursprünglich Menschen eher zu hassen, und Tiere, vor allem Hunde und Pferde, mit denen ich es im Gestüt meiner Großeltern zu tun bekam, umso mehr zu "lieben".
Erst sehr viel später, als ich, für mich entscheidend, die Abhandlungen von Sigmund Freud zur Sexualtheorie las, begriff ich dass wir Menschen insofern eigentlich auch mehr oder weniger nur "Tiere sind". Zu diesem Zeitpunkt begann ich plötzlich die Menschen "als Tiere" sogar zu lieben, was bis heute bei mir so aber dann eben auch ganz anders so geblieben ist; was zugleich eine gewisse Komik beinhaltet. Sukzessive von Tag zu Tag und von Jahr zu Jahr lernte ich aber darüber hinaus, dass der Mensch, wenn auch zu einem erheblichen Teil "Tier" doch darüber hinaus sehr viel mehr ist; und entwickelte für mich einen sich allerdings ebenso kontinuierlich verändernden "Humanismus". Ich sehe mich mit meinen Mitmenschen selbst seitdem sogar im für die "Natur" so gefährlichen "Anthropozän" als die notwendige und nicht hintergehbare Spitze der Evolution und erhaltenswerte wenn auch nicht erkennbar zielgerichtete "Schöpfung" an, und eben doch - trotz aller Mängel - als ein wünschenswertes und riskant liebenswertes Ergebnis des für uns nach wie vor unerklärlichen und insofern offenen Schicksals.
Selbst wenn sich der Mensch durch den Menschen einmal als "Maschine" ganz aufheben sollte, und auf die "Vernichtung der Menschheit" oder moderater gesprochen die "Versklavung der Menschheit" durch Maschinen ein noch komplexerer und noch kompliziererer systemischer "Organismus" sich "sorgend" unserer Erde annehmen sollte, so werde ich meine humane Nachricht in das All der Unendlichkeit mitnehmen:
Der Mensch ist ein wundervoller Wert an sich, dessen Einmaligkeit, Nützlichkeit und auch gattungsmäßige Unverbesserlichkeit es für unseren menschlich überschaubaren Kosmos selbst in einem Horror-Szenario nachfolgend künstlicher Intelligenz zu bewahren gilt, weil letztere letztendlich nur aus den niedrigsten Instinkten des Menschen selbst, nämlich seiner kompletten Selbstverachtung statt seiner Selbstliebe geboren wurde.
Aus Verachtung aber, soweit ich dies inzwischen selbst allzu kurzsichtig mit begrenzter Lebensspanne aus der historischen Erfahrung des Menschseins begutachten kann, ist noch nie etwas dem Kosmos Förderliches entstanden. Im Gegensatz dazu sollten wir deshalb eben unsere erreichbare und begrenzt überschaubare Welt vor diesem Supergau der Übernahme menschlicher Gefühle und Intelligenz durch künstliche Gefühle und künstliche Intelligenz schützen.p.s. Dieser vorläufige Text wird in den nächsten hoffentlich noch vor mir liegenden Tagen, Wochen und Monaten weiter fortgeschrieben, und ist nur ein vorläufiges aktuelles Zwischenergebnis meines NACHdenkens. Vor allem die Gedanken aus meiner Diplom- und Doktorarbeit aus den 80er Jahren werde ich noch einarbeiten, die aber in ihrer ursprünglichen Form als Vorstudie und pdf schon jetzt unter den auf meiner Homepage abrufbaren Publikationen bereits veröffentlicht sind.