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"By the way" -
In Indien ist die Demokratie
von ihrem Verfall bedroht ...
und das hat auch "universelle"
und "universale" Bedeutung.

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Europäer stehen in Hinsicht auf Ignoranz Ethno- und Egozentrismus hinter den Amerikanern sicher mindestens an zweiter Stelle; dabei gibt es weltweit ja aber noch viel mehr rigide Nationalismen oder gar Rassismen als wir denken.

Wir linksintellektuellen Liberalen beschäftigen uns aktuell als Anthropologen gerne akut vor allem mit unserern Lieblings-Feindbildern der Diktatoren-Spezies "Putin", "Xi Jinping" oder "Netanjahu" und ihren nur wenig gemilderten ebenso kranken Varianten und Verlaufsformen wie "Erdogan", "Trump" bzw. "Orbán" (merkwürdigerweise übrigens alles Männer).

Wie sehr ich jedoch auch persönlich von solch einer Egomanie und darüber hinaus "Ethnozentrismus" befallen bin, und mich insofern von einer ebensolchen Naivität nicht wirklich frei machen kann, konnte ich leider erst gestern Abend schmerzlich erfahren, als ich mich auf arte in einer erschreckenden Dokumentation wieder einmal "manisch suchend" mit dem "Bösen auf der Welt" befasste, und das Drama meiner eigenen politischen Bildungslücken angesichts solcher Tatsachen durchleiden musste, obwohl ich mich eigentlich, allzu "natürlich" sehr selbstgefällig, für einen universal kulturell und politisch interessierten und weltoffenen Menschen halte.

Indien habe ich im Kampf der Weltmächte untereinander immer nur eher "bei the way" beobachtet, und nun wird mir wieder einmal bewußt, wie wichtig und notwendig es ist den eigenen politischen und philosophischen Denk- und Handlungshorizont stets hoffentlich noch klüger, besonnener und umfassender als bisher zu erweitern. Es gibt eben nicht nur den Ukraine-Krieg, die überzogene Rache und den Bruch des Völkerrechtes durch Israel, die terroristischen Verbrechen der Hamas, der Huthi, der Hisbollah, die viel zu lange währende Schreckensherrschaft der Ayatollahs und ihrer "Garden des Grauens" im Iran, Pandemien wie Corona oder den uns alle gemeinsam belastenden weltweiten Klimawandel, sondern eben auch den tagtäglichen Hass, der sich wie ein Lauffeuer um den Erdball verbreitet, und uns alle immer mehr voneinander zu trennen scheint.

Indien - Hass als Ideologie

Mich trieb sofort danach nun ein fürchterlicher Gedanke um:

Könnte es nun doch auch so sein dass eines meiner Mega-Vorbilder als Pazifist "Mahatma Gandhi" vielleicht auch als "Hindu" schon ein milder Vorläufer von solch einem hassenden Nationalismus gewesen sein könnte?

Schnell aber befreit mich das Internet dann doch auch wieder von solchen Nöten, indem ich gleich dazu einen relativierenden Beitrag lesen durfte, von einer Frau und einer Wissensprofessionellen, die es insofern besser kennen sollte:

Gandhi war eben doch ganz anders

"Teilweise wich Gandhi von hinduistischen Traditionen ab. Wie Reformkräfte vor ihm sprach er sich gegen die Ausgrenzung und Unterdrückung der untersten Kasten aus. Er nannte sie Harijans, Gotteskinder, aber heute nennen sie sich selbst Dalits, die Zerbrochenen. Gandhi ging auf Angehörige aller Kasten zu und forderte andere auf, das ebenfalls zu tun. Allerdings stellte er das ausbeuterische und demütigende Kastensystem nicht in Frage.

Gandhi lehnte es ab, Religionen identitätspolitisch gegeneinander auszuspielen. Es gelang ihm, 1947 gewalttätige Krawalle zwischen Hindus und Muslimen in Kalkutta zu beenden. Er startete in der Stadt einen Hungerstreik und kündigte an, ihn nur abzubrechen, wenn die Ausschreitungen aufhörten. Einige Wochen später konnte er aber dem fürchterlichen Blutbad, das mit der Teilung der Kolonie in die souveränen Staaten Indien und Pakistan einherging, keine Grenzen setzen."

(Quelle: Suparna Banerjee, Betonung des Hinduismus in der Politik)

Zumindest meine "deutsche" Welt ist jetzt wieder insofern "in Ordnung"!

Dass Menschen privat hassen können, ist leider nicht vermeidbar und kann und darf auch juristisch und legal nicht verboten werden; aber wenn wir zu SklavInnen solcher Gefühle werden, und diese auch noch öffentlich kund tun, dann sind die die "Anderen" bedrohende "Hetze" und die daraus resultierende Gewalt nicht mehr fern. Hierfür brauchen wir sehr wohl gesetzliche Grenzen und Verbote. "Wehret den Anfängen!" kommt insofern leider schon viel zu spät.

Dazu noch ein von mir schon vor ein paar Jahren verfasster Beitrag:

Hasskultur -
"Hass darf nicht strafbar sein!" -
Zur Unterscheidung von Hass und Hetze